Kartenlegen mit Lenormandkarten
Grundsätzliches zur treffischeren Deutung mit den Lenormandkarten
Grundsätzlich wird bei den Lenormandkarten zwischen dem großen Lenormanddeck mit 54 Blatt und dem kleinen Lenormandspiel mit 36 Blatt unterschieden. Das kleine Lenormanddeck gibt es heute in unterschiedlichen optischen Ausführungen, von denen die "Blaue Eule" und die "Rote Eule" wohl am bekanntesten sind. Gerade für Anfänger sind die sehr einfach gehaltenen und somit schnell einzuprägenden Bilder des "kleinen Lenormanddecks" ideal und gewährleisten einen schnellen Einstieg in die Kunst des Kartenlegens.
Einfache Ja oder Nein Fragen lassen sich mit Hilfe der Lenormandkarten nicht oder nur sehr schwer beantworten. Eher geben Lenormandkarten dem Kartenleger eine Übersicht der aktuellen Situation des Fragestellers. Mit Hilfe der Lenormand-Karten kann man auf unterschiedliche Lebensbereiche schauen und den Ist-Zustand sehen, sowie Tendenzen aus diesen Bereichen aufzeigen.
Jede Karte des Lenormanddecks hat eine Bedeutung, Aussagen ergeben sich aus der Position der Karte und den umliegenden Karten. Bei den Lenormandkarten gibt es positive sowie negative Karten. Die Positionen beim Lenormand Kartenbild zeigen dem Kartenleger die Widerstände und Blockaden in den einzelnen Lebensbereichen an. Aber es wird auch angezeigt, in welchen Bereichen es sehr positiv aussieht, bzw. eine positive Tendenz zu erwarten ist.
Neben der einfachen Bedeutung jeder Lenormandkarte ergeben sich durch die Kombination mit einer anderen Lenormandkarte zusätzliche Bedeutungen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind allein durch die Anzahl der Karten im Lenormanddeck fast unendlich. Eine professionelle Kartenlegerin muss daher sehr viel Zeit und Arbeit investieren, um sich die ganze Vielfalt der Lenormandkarten zu erarbeiten und kompetent anwenden zu können.
Kann man mit den Lenormandkarten Hellsehen?
Nein, mit Lenormandkarten kann man nicht Hellsehen. Lenormandkarten haben keinerlei Kräfte den Kartenleger, wie beim Blick in eine Kristallkugel, in die Zukunft blicken zu lassen. Jedoch können die einzelnen Lenormandkarten und ihre Position im Kartenbild beim Lenormand Assoziationsketten auslösen. Mit der richtigen Intuition eines professionellen Kartenlegers können dann Tendenzen, Wege und Konsequenzen ersichtlich werden. Die Lenormandkarten zeigen uns niemals unausweichliche Situationen auf, eher zeigen sie uns Tendenzen und Wege.
Welche Unterschiede bestehen zwischen den Lenormand- und Tarotkarten?
Beim Tarot werden typische Lebenssituationen aufgegriffen. Tarot ist ein seit Jahrunderten entwickeltes System. Tarotkarten arbeiten auf der Ebene des Bewusstseins oder des Unbewussten.
Lenormandkarten gehen jedoch auf die Persönlichkeitsstruktur nur wenig ein und sind somit ein sehr alltagstaugliches Kartendeck beim Kartenlegen.
Kann man mit Lenormandkarten eine treffsichere Zukunftsdeutung erhalten?
Die Geschichte von den sogenannten großen und den kleinen „Lennis“.
Nein. Es handelt sich definitiv nicht um die neue Duftnote eines Weichspülers, wenn Sie hören, wie sich im Cafehaus am Nebentisch zwei Menschen über Lenormand und dessen feinsinniges Gespür, das bei der Anwendung entsteht, unterhalten. Sondern um ein nach der 1843 verstorbenen Marie Anne Adeláide Lenormand benanntes Kartenset, welches auch heute noch häufig als Entscheidungsfinder und zur Deutung und Interpretation von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verwendet wird. Diese „Karten der Mlle Lenormand“ zeichnen sich durch ihre hohe Trefferquote und die einfache Symbolik aus und sind erfreulicherweise für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.
Das berühmte, aus 36 Wahrsagekarten bestehende Set der Karten der Mlle Lenormand wurde im 19. Jahrhundert von einem Verleger in Auftrag gegeben. Ein Künstler entwarf die Bildmotive der Lenormandkarten, welche auch heute noch trotz der immer wieder neu entstehenden und damit eigentlich verschiedenen Versionen weiterhin im Biedermeierstil gemalt, produziert und verkauft werden.
Der clevere Verleger benannte damals das Kartenset einfach nach der schon seit ihren Lebzeiten berühmten Mlle Lenormand – und schon klingelten bei ihm die Kassen. Mit dieser glorreichen Idee brach er bekanntlich sämtliche Auflagenrekorde und noch bis heute sind die Karten der Mlle Lenormand die am häufigsten gekauften und verwendeten Wahrsagekarten.
Die Namensgeberin, Mlle Lenormand, war in ihrem Wahlheimatort Paris bereits zu ihren Lebzeiten eine Legende, eine vom Adel genauso wie vom einfachen Volk konsultierte, wichtige und hochgeschätzte Persönlichkeit. Der Überlieferung nach soll auch Josèfine de Beauharnais ihre Kundin und spätere Freundinnen gewesen sein. Marie Anne – eingedeutscht Marianne – Lenormand hat bei ihrem ersten Zusammentreffen angeblich in deren Handfläche gelesen und laut herausgerufen, dass Joséfine Frankreichs nächste Königin werden würde.
Was dann, als sichtbarer Beweis von Mlle Lernmands Wahrsagekunst, auch tatsächlich einige Jahre später so eintrat. Da heiratete Joséfine den damaligen Divisionsgeneral Napoleon, welcher sich und seine Frau dann knapp 6 Jahre später selbst zum Kaiser krönte. Eine der vielen Weissagungen also, die zum Zeitpunkt der Vorhersagung in keinster Weise erahnt oder bereits gewusst werden konnten und somit wieder einmal die Treffsicherheit der ungekrönten Kaiserin der Wahrsager, Mlle Lenormand, bestätigen.
Doch weg von der Geschichte und wieder zurück zum tatsächlichen Erbe der Mlle Lenormand. Es gibt nicht nur die allgemein bekannten, nach ihr benannten 36 Wahrsagekarten, sondern auch die „großen Lenormandkarten“. Diese sind ein Deck mit 54 Karten, welches nun aber schon eine tatsächliche Anlehnung an die Wahrsagekarten ist, welche die berühmte Mlle Lenormand für ihre Weissagungen benutzt hatte.
Das große Deck mit 54 Wahrsagekarten geht vermutlich auf die Ausarbeitungen, Forschungen und Entwicklungen von Jean-Francois Alliette zurück, welcher als Okkultist und Tarotforscher wegweisend für die Entwicklung der heutigen Tarotkarten war.
Dieses im Handel als „Wahrsage-Karten der berühmten Mlle Le Normand“ zu erwerbende Kartendeck besteht aus verschiedenen Elementen: Die Eroberung des goldenen Vlieses, Der trojanische Krieg, Die alchemistische Hochzeit, Tierkreiszeichen und Personenkarten und ist deshalb für den Alltagsgebrauch für viele Kartenleger viel zu komplex, als dass es sich hätte durchsetzen können.
Ein anderer Grund für die leider sehr geringe Nachfrage ist vielleicht auch die geringfügige Sekundärliteratur, was aber glücklicherweise für seine „kleine Schwester“, also das kleine Deck der Lenormandkarten nicht zutrifft. Hierfür erscheint in regelmäßigen Abständen ein neues Buch mit Kombinationen, Legesystemen und Deutungsregeln, welches manchmal sogar ein in Farbe und Zeichnungsart umgestaltetes Lenormandkartenset als Kaufanreiz bietet.
Schließlich aber ist es einzig Geschmackssache, für welches der vielen Ausführungen der Kartenleger sich entscheidet. Letztendlich sind es ja immer die gleichen Motive, die der jeweilige Zeichner verarbeitet hat, die archetypische Bedeutung der einzelnen Motive bleibt bei jedem Lenormandkartenset immer gleich. Denn, egal ob groß oder klein, blau oder rot, pastell oder grell, all das ändert nichts am Ergebnis.
Alle „Lennis“, wie die passionierten Kartenleger ihr heißgeliebtes Kartendeck der Mlle Lenormand gerne nennen, sind nicht nur hervorragend dafür geeignet, sich einen ausführlichen Überblick über die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft zu verschaffen, sondern auch, die eigene Gegenwart dafür entsprechend vorzubereiten.
Gerne helfen Ihnen hierbei unsere erfahrenen und einfühlsamen Kartenleger. Denn oft hilft schon eine kleine Legung, einen großen Schritt in die richtige Richtung zu machen und, da sind sich nun wieder alle Kartenleger einig: Das allein ist es, was zählt!

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