Die Lenormandkarten als Spiegel der Seele
Die Lenormandkarten und ihre Bedeutung in der spirituellen Lebensberatung
Schon lange bevor der Mensch seine Gedanken in Buchstaben presste, hat er seine Erlebnisse, Träume, Wünsche und Gedanken in bildhafter Form dargelegt. Und eigentlich ist es auch heute noch so: Bevor ein Kind lesen und schreiben kann, malt oder zeichnet es Themen und Situationen, die es beschäftigt oder die es mitteilen will. Auch Erinnerungen und Träume sieht der Mensch als Bild vor seinem geistigen Auge. Bilder nennt man auch oft die „Sprache der Seele“ und die so genannten „archetypischen Bilder“ werden gerne als ihre Grammatik bezeichnet. Archetypische Bilder gibt es in unbegrenzter Zahl und basieren auf den Urerfahrungen der Menschheit wie z. B. Liebe, Geburt, Kindheit, Sterben und werden im Regelfall durch ein einziges Symbol (z. B. Kreis/Ring) dargestellt, welches auch in verschiedenen Kulturen die gleichen Assoziationen auslöst.
Diese bildhaften Symbole kann man auch auf den Lenormandkarten finden, welche zwischenzeitlich von vielen professionellen Kartenlegern erfolgreich zur spirituellen Lebensberatung eingesetzt werden. Die Lenormandkarten haben den Vorteil, dass sie auf verschiedenen Ebenen gedeutet werden können, was besonders beim tiefenpsychologischen Kartenlegen eine große Hilfe ist. Je mehr Erfahrung ein Kartenleger mit den Lenormandkarten hat, desto reichhaltiger ist sein Wissen und umso ausgeprägter ist seine Fähigkeit, anhand des Kartenbildes eine sinnvolle, ehrliche und weiterführende Beratung zu geben.
Gelebte Intuition ist ein wichtiger Grundsatz bei der Arbeit mit den Lenormandkarten, denn ein reines Auswendiglernen der einzelnen Kombinationen ist zwar eine lobenswerte Art und Weise, sein Gedächtnis zu trainieren, bringt aber leider in keinster Weise einen tatsächlichen Erfolg beim Kartendeuten. Dies gilt übrigens nicht nur für die Lenormandkarten, auch die meisten anderen Orakelkarten erfordern für die Bildübersetzung ein Mindestmaß an Intuition und Wahrnehmung der eigenen Empfindungen.
Wer selbst (noch) keinen Zugang zu seiner Intuition hat, aber dennoch das Kartenlesen erlernen will, ist hier natürlich nicht auf Dauer gehandicapt, denn Intuition ist das, was wir alle besitzen, nur nicht immer kennen oder zulassen. Und somit ist gerade der fleißige Umgang mit den Lenormandkarten ein intensiver Schulmeister, um das anfangs intuitive Erahnen in intuitives Erkennen umzuwandeln.
Das wohl berühmteste Legesystem der Lenormandkarten ist die „große Tafel“. Hierfür werden alle 36 Karten gemischt, ausgelegt und in verschiedenen Kombinationsformen gedeutet. Diese „große Tafel“ zu deuten ist mit Sicherheit eine abenteuerliche Beschäftigung mit den Bausteinen des Lebens und unterstützt den Kartenleser dabei, ineinander greifende Lebenssituationen aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Bei den Lenormandkarten gibt es verschiedene Ebenen, anhand derer die jeweilige Karte bzw. die umliegenden Karten gedeutet werden. Die wohl bekannteste Ebene ist die Kartenfarbe, also entweder Herz, Kreuz, Pik oder Karo, welche entweder dem Gefühlsleben, dem Beruf, den materiellen Aspekten oder den problembehafteten Seiten des Lebens zugerechnet werden.
Das Bild selbst ist bei den Lenormandkarten für viele Kartenleger die zweite Ebene, die beim Deuten betrachtet wird. Wobei die gemalte Darstellung natürlich auf die heutigen Verhältnisse übertragen werden muss, also ein Reiter z. B. hat zwischenzeitlich eine etwas andere Bedeutung als noch vor 200 Jahren, dem Zeitpunkt, zu dem in etwa die traditionellen Bildmotive der Lenormandkarten entstanden.
Wer möchte, der kann sich nach diesen beiden ersten und wichtigen Deutungsaspekten der Lenormandkarten weiteren Schichten der Bildersprache zuwenden. Da gibt es unter anderem noch das Erkennen und Zuordnen der Personenkarten, was für die Sortierung des sozialen Umfeldes eine wichtige Rolle spielt. Auch die als „Signifikator“ bezeichneten Einzelkarten werden gedeutet, also die Lenormandkarten, die durch ein Schlüsselwort einem bestimmten Lebensbereich zugeordnet sind. Ein einfaches Beispiel ist hier das Herz, welches für das Thema Liebe steht oder der Anker, der die Arbeit symbolisiert. Doch Achtung, diese Karten repräsentieren nicht nur den jeweiligen Lebensbereich, sondern auch, in Verbindung mit einer Personenkarte, die hierbei zutreffende Eigenschaft oder das dazugehörende Gefühl, was dann schon wieder als weitere Interpretationsmöglichkeit gesehen werden kann.
So hat eigentlich jeder Kartenleger seine eigenen Präferenzen, in welcher Reihenfolge und unter Betrachtung welcher Kriterien er das jeweilige Kartenbild konkretisiert. Wichtig aber ist stets, sich mutig und ehrlich den jeweiligen Erkenntnisse zu stellen und sich dabei immer bewusst zu machen: Die Zukunft ist veränderbar, und die Karten zeigen nur den Weg!